Super Smash Bros Ultimate – Das Tagebuch

Wo fange ich an? Ich war nie ein Super Smash Bros-Fan. Das einzige Smash, welches ich jemals spielte, war Brawl auf der Wii, und auch dort habe ich eigentlich nur den Subspace Emissary-Modus angefasst. Dabei mag ich Prügelspiele eigentlich. 

Aber Super Smash Bros ist – ich glaube, damit sage ich nichts umstrittenes – kein “Prügelspiel” wie andere. Es fordert völlig andere Fähigkeiten vom Spieler ein, und die nötige Aufmerksamkeit ist ebenfalls eine komplett andere. Zumindest auf dem ersten Blick, und vielleicht dem zweiten.

Naja, jedenfalls konnte ich mit Super Smash Bros nie etwas anfangen außerhalb des Storymodus. Darum habe ich alle Teile nach Melee auch komplett ignoriert. Ultimate war ebenfalls auf dieser “Ne, lass ma”-Liste, bis der “World of Light” Modus vorgestellt wurde. Das klang super! Tolles Intro, sicherlich voller entsprechender Zwischensequenzen und wacky Story, genau wie Subspace, richtig? Nix, zumindest noch nicht. Der rest ist der ganze, übliche Smash Bros-Kram.  Aber ich mag’s trotzdem und weiß nicht warum.

Darum möchte ich meine Erlebnisse, meine Motivation und – vielleicht – meinen frühzeitigen Ausstieg aus dem Spiel dokumentieren. Außerdem brauche ich zumindest irgendwas als Startartikel für die Seite, und ich schätze, Smash rankt gerade ganz gut auf Google?

Ich bin sehr überrascht, wie das Spiel mich aktuell tatsächlich fesselt. Nach ein paar Minuten Gameplay war ich irre enttäuscht, aber fühlte mich auch bestätigt: Es war, trotz allem Hype “nur” Smash.
Der “Story”-Modus hatte keine Story, die anderen Modi waren simpelste Arcade-Modi a’la “besiege fünf Gegner in Folge”. Dachte ich. War falsch. Selbst der strunzlangweilig klingende Classic Mode reiht tatsächlich eine kleine Anzahl von individuell auf den ausgewählten Kämpfer zusammengestellten Fights zusammen, und ich hab’s anfangs nicht einmal gerafft. Und der World of Light Modus ist motivierend wie wenige andere Fighter, die ich in den letzten Jahren gespielt habe. Nicht unbedingt wegen der Kämpfe selbst – die sind oft schlicht unfair und frustig, gerade wenn man, wie ich, das Spiel nicht wirklich gut beherrscht. Der Trick sind die Spirits selbst, eine Art Bastard aus Sammelkarte, Stickeralbum und Stat-Upgrade für deinen eigenen Charakter innerhalb des WoL-Games.

Weil ich noch keine Screenshots gemacht habe, muss sowas hier reichen.

Ein Spirit ist ein Pseudo-Charakter aus einem Spiel, der es nicht in das reguläre Roster geschafft hat, einen der spielbaren Charaktere übernimmt und diesen oder den Kampf selbst mit Sonderregeln ausstattet. Wenn ich’s noch richtig in Erinnerung habe, gibt’s davon knapp über eintausend Stück. Anhand dieser Anzahl sollte man erwarten, dass sie einfach in die Welt gerotzt wurden, aber weit gefehlt, und hier komme ich zu meinem Punkt: Jedes einzige dieser Dinger ist liebevoll ausgewählt, platziert und mit teilweise irre raffinierten und detailverliebten Regeln zum Freispielen ausgestattet.

Metal Gear Solid, als Beispiel, liefert u.a. Hal “Otacon” Emmerich als Dr. Mario mit R.O.B. als Sidekick. Paz Ortega kommt direkt mit ausgestatteter Bob-Ombe. Einige dieser Anspielungen blieben mir dank mangelnder Nostalgie für manche Oldies verborgen, bei anderen musste ich laut lachen. So oder so, man kommt nicht umhin zu staunen, wie für wirklich jeden Spirit zumindest kurz nachgedacht wurde, wie man die Essenz des Charakters mit den gegebenen Figuren und Features des Spieles nachempfinden kann. Und das Entdecken dieser Mistviecher macht mir oft mehr Spaß als das eigentliche Kämpfen danach.

Der objektiv beste Charakter aus Smash Ultimate.

Auch was die eigenen Charaktere angeht, gefällt mir Super Smash Bros tatsächlich nach und nach besser – nachdem ich mit den “Startern” Kirby und Mario gar nichts anfangen konnte, und mein danach freigeschalteter Marth zwar besser zu spielen war, aber bei weitem nicht 100% meine Zufriedenheit erreichte, ist meine Auswahl mittlerweile um Simon Belmont angewachsen, der (bisher) richtig Spaß macht. Ich bin noch auf der Suche nach Splatoon Girl, die mir im Standardmodus wirklich Spaß machte, aber bis ich die finde, wird Simon erstmal ausreichen müssen.

Also, aktueller Stand: Vom initialen “Meh” bin ich mittlerweile auf “ziemlich gut!” gelandet. Also das Spiel, nicht ich. Ich bin immer noch wirklich schlecht. Sollte sich noch was tun, werde ich entsprechend updaten.

Für einen ehrlichen Eindruck habe ich nicht lang genug gespielt, darum keine Wertung. Noch nicht, jedenfalls.

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