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Game of the Year 2018 (aka Die Krabbis 2018)

Kaum zu glauben, da habe ich wieder so lange Quatsch gemacht, dass die letzten GOTYs, die ich für einen to-be-released-Blog geschrieben habe, auch schon wieder ein Jahr alt sind.

Auf geht’s!

Bester Horror 2018: Call of Cthulhu, PS4

Call of Cthulhu ist ein merkwürdiges, kleines Spiel. Hätte ich nicht so ein immenses Vertrauen in das Dream Team der B-Game-Branche, die Frodo und Sam der Siebzigprozenter, Focus Home  und Cyanide, hätte ich das Spiel vielleicht auch ignoriert, oder zumindest auf einen Sale gewartet. Aber: Ich bin froh, es nicht getan zu haben. Zwar hat das Ding einige unnötig nervige Szenen, die ohne Trial&Error wenig erfolgversprechend sind, dafür stimmt der Rest des Pakets. Die Cthulhu-Atmosphäre ist die beste, die ich bisher in einem Spiel gesehen habe (und bisher hatte ein Sherlock Holmes-Spiel dieses Privileg inne, ausgerechnet), die Grafik reicht von “zweckdienlich” bis “immens beeindruckend” und der Sound ist über jeden Zweifel erhaben. Wirklich coole Atmosphäre bei einem etwas bruchstückigem Setting, das im Endspurt nochmal ordentlich auflegt.

Beste Erinnerung an vergangene Zeiten 2018: The Bard’s Tale IV: Barrow’s Deep

Jeder, der seinerzeit viel Spaß mit guten, alten Dungeon Crawlern hatte, sollte sich dieses Spiel zulegen. Trotz 3D-Bewegung a’la Elder Scrolls haben inXile unter Federführung von Brian Fargo höchstselbst ein Spieldesign entwickelt, welches perfekt die Kästchenmechanik der guten, alten Zeit einfängt. Und mit ordentlichen, modernen Features aufgepeppt. Ein tolles Automapsystem, ein absolut spitze gemachtes Kampfsystem, welches Strategie und Taktik gleichermaßen fordert, und eine wenn auch nicht sonderlich hübsche, dann doch sehr stimmige Grafik. Oh, und natürlich eine Handvoll wirklich toller Musik, die diesem Spieletitel angemessen ist.
Die Rätsel werden nach einem Weilchen teils etwas wiederholend, aber bieten für lange, lange Zeit dennoch genügend Abwechslung, um dich bei Laune zu halten. Schönes Spiel, das.

Schnellste Rückerstattung 2018: Quantum Break.

Hat echt nur ein paar Minuten gedauert!

Langweiligstes Spiel 2018: The Painscreek Killings

Ich hatte gerade Obra Dinn durchgespielt, und mir wurde von einer unbekannt bleiben wollenden Quelle gesagt “Hol dir das mal, das ist so ähnlich!”. Pustekuchen. Ich habe selten ein so unglaublich langweiliges Spiel gesehen. Stilistisch irgendwo zwischen Photorealismus und Counter-Strike 1.3, spielerisch eines dieser “Detektivspiele”, bei denen man jede Schublade einzeln untersuchen muss, um keinen Papierschnippsel zu verpassen. Ob es Sound gab, weiß ich schon gar nicht mehr. Wer auf sowas steht, mag es gern ausprobieren. Ich fand’s irre lahm, dafür konnte es direkt den Preis für die unhilfreichsten ersten fünf Minuten in einem Spiel 2018 mitabräumen.

Bester Kauf 2018, der überhaupt nichts mit Spielen zu tun hat 2018: Absolute Batman: The Killing Joke 30th Anniversary Edition

Eine klasse Batman-Story in einer sagenhaften Aufmachung. Man bekommt nicht nur die Originalstory in der orignalen Coloration von John Higgins (die auch etwas sehr kurz für so einen Band ist), sondern auch die Neuauflage von Brian Balland – jeweils auf dem original genutzten Papiermaterial. Ebenfalls gibt’s die originale Skriptversion, diverse Anhänge und Tie-Ins und jede, jede Menge Begleittext, Bilder und Artwork. Alles im sehr hübschen Joker-Schuber und für einen geradezu günstigen Preis. Cooles Ding! Kannst du hier via Reflink kaufen.

Bestes Free To Play Spiel 2018: Warframe

Jaja, das Ding ist uralt. Aber nun auch auf Switch, und lustigerweise ist das die einzige Version, die mich über längere Zeit am Pad gehalten hat. Ich bin immer noch überrascht, wie gut die Performance und die Optik auf dem Winzgerät ist, und vor allem wie einfach 100% der Originalversion komplett und ohne Abstriche enthalten ist. Als Bonus ist das Grafikmenü für ein Konsolenspiel geradezu frech umfangreich und hat sich damit den Bonuspreis für das umfangreichste Grafikmenü für ein Konsolenspiel verdient. Frech.

Bestes Dark Souls 2018: Dark Souls (Switch)

Was soll ich noch sagen. Souls zum Mitnehmen. Einfach mal im Bus Smough und Ornstein an und Mitfahrer erst belästigen, dann anbrüllen und dann unter Drohungen den Bus verlassen müssen. Good Times.

Unerwartetster Superknaller 2018: Mega Man 11

Niemand hat ernsthaft daran geglaubt, dass der elfte Mega Man einer der besten Mega-Titel wird, die bisher erschienen sind. Bisherige Screenshots sahen “nett” aus, im schlimmsten Sinne des Wortes. Uninspirierte Zweieinhalb-D-Grafik, mittelmäßig gute Musik, die allgemeine Historie von Neuauflagen geliebter Klassiker, all das waren keine guten Vorzeichen. Wie überrascht ich also war, als das Spiel tatsächlich wirklich, richtig toll war! Ich behaupte sogar, es ist das beste Mega Man von Capcom seit 9. Und da 9 das beste seit 2 war, ist 11 logischerweise das drittbeste Mega Man aller Zeiten. Und das ist auf jeden Fall mehr als ich erhofft habe. Achja, die Grafik ist der Hammer. Und der Sound tatsächlich nur mittelmäßig. Immerhin etwas.

Bester Nachzügler 2018: Night in the Woods

Ist zwar schon 2017 rausgekommen, aber ich hab gepennt und Night in the Woods erst dieses Jahr gekauft. Glücklicherweise zum Vollpreis, denn alles andere wäre ein Betrug an allem, was mir teuer ist in modernen Videogames. Nicht nur die Charaktere um und inklusive Mae Borowski sind allesamt zum liebhaben toll, auch das Spiel an sich ist versoftetes Kuscheln. Vom harmlosen Herumwandern in der niedlichen Kleinstadt Possum Springs, über die täglichen Streitereien mit den Eltern, die tollen Guitar-Hero-Songeinlagen und überhaupt die Musik von Alec Holowka, der schon in Aquaria u.a. die Tracks geliefert hat, die witzigen Minispiele und die ständig im Hintergrund lauernde Story des Spieles – falls du auch nur einen Hauch interesse an wirklich nett erzählten, persönlichen, aber aufregenden Geschichten hast, solltest du Night in the Woods (vermutlich ebenfalls zu spät) kaufen.

Stylischte (?) Roboter 2018: Subsurface Circular

Roboter-Detektivereien und eine Gesamtdauer von 2-3 Stunden Spielzeit mit einer legitim sauber erzählten, überraschenden Story, verpackt in eine sehr schick geschriebene Visual Novel und die preistitelgebenden, stylishen Roboter für ein paar Euro. Hat diesen Eintrag verdient und ist wesentlich besser als seine Bestandteile für sich gesehen.

Bestes Spiel dass alle hassen außer ich 2018: Sea of Thieves

Ich denke, das offene Geheimnis von Sea of Thieves ist, dass man es mindestens zu zweit spielen muss, und keinesfalls mit Randoms. Aus einem eher langweiligen Herumgeschippere auf einem viel zu beinselten Ozean voller viel zu kleiner Inseln mit relativ ähnlichen Inhalten und dem gefürchteten einzigen Gegner des Spiels, diversen Variationen guter alter Klapperskelette wird dann ein immens spaßiges Ding für zwischendurch. Ja, die Quests sind öde. Ja, der fehlende, echte Loot ist eine Enttäuschung. Nein, ich habe nicht immer Bock drauf. Aber ohne Scheiss, was die lieben Leute von Rare nachliefern hat Hand und Fuß, und wenn man einmal das Spiel gestartet hat, bleibt man im Normalfall so bis Mitternacht dran. Die Euphorie und Panik bei der kleinsten Begegnung mit anderen Spielern und Schiffen ist absolut real und Stil, Musik und Grafik des Games sind teilweise atemberaubend gut. Auch, wenn es sicherlich noch verbesserbar ist – Thieves ist um einiges besser als sein Ruf.

Zweitbestes Spiel des Jahres: Monster Hunter World

Monster Hunter World ist zum Jahresanfang herausgekommen und hat mich locker für ein Dreivierteljahr immer wieder beschäftigt, bis es mich leider irgendwann überholt hat. Endlich, endlich, ein Monster Hunter mit perfekter Spielbarkeit, endlich wirklich offene Zonen, endlich ein Einstieg, der einem das Spiel schmackhaft macht, und nicht alles daran setzt, mich direkt wieder zu verscheuchen. Ich bin jetzt schon sauer auf alle richtigen Seiten, die es für ihre GOTY-Verleihung wieder vergessen haben, weil es im Januar rauskam. Schämt euch. Buh.

Und der goldene Krabbi für’s Spiel des Jahres geht an: Return of the Obra Dinn. 

Ich will nicht mehr über dieses Spiel verraten als unbedingt nötig. Lucas Popes neuester Streich ist wirklich, wirklich gut und wird mir noch Jahre in Erinnerung bleiben. Ich glaube, mein letztes GOTY (du weißt schon, aus dem Beitrag, der nie veröffentlicht wurde) war The Witness, und Obra Dinn trifft mich irgendwie an der exakt gleichen Stelle in meinem Hirn. Und dass sowohl Grafik als auch Musik der absolute Hammer sind, macht’s sicherlich nicht schlechter. Könnt ihr aber auch in diesem Beitrag nachlesen.

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